Bildungsurlaub – Bildungsfreistellung

Was viele Arbeitnehmer nicht wissen und daher auch nur sehr selten nutzen: In zwölf deutschen Bundesländern gibt es den im jeweiligen Landesgesetz verankerten Anspruch auf Bildungsurlaub, der in der Regel fünf Arbeitstage pro Jahr beträgt, wobei oftmals der Bildungsurlaub aus mehreren Jahren aufgespart und gemeinsam genommen werden kann. Dieser Anspruch gilt in den meisten Bundesländern auch für Auszubildende, besonders im Rahmen der politischen Bildung. Der Bildungsurlaub bzw. die Bildungsfreistellung bezieht sich vor allem auf die berufliche Bildung; ist aber auch für die politische Bildung gedacht. Die Weiterbildung muss also nicht unbedingt etwas mit der derzeitigen beruflichen Tätigkeit zu tun haben, obwohl dies ratsam ist.

Bei der gewünschten Weiterbildung für den Bildungsurlaub muss es sich dabei um eine Weiterbildungsveranstaltung mit Zertifikat handeln, die im jeweiligen Bundesland aberkannt sein muss. Zwar ist es für Arbeitnehmer verlockend, den Bildungsurlaub nicht dem Zweck entsprechend zu nutzen, aber mittel- und langfristig ist ein solches Vorgehen für das Berufsleben und die berufliche Karriere nicht förderlich. Ihr Bildungsurlaub sollte Ihnen so wichtig sein, dass Sie gerade solche Weiterbildungsangebote nutzen, die Ihr Fachwissen erweitern und die Sie berufsnah in der Praxis anwenden können. Wenn Sie zudem über den Bildungsurlaub hinaus bei privaten oder beruflichen Weiterbildungen engagiert sind, dann setzen Sie damit für Ihren jetzige und zukünftige Arbeitgeber Zeichen der besonderen Leistungsbereitschaft und -fähigkeit.

Da der Anspruch auf Bildungsurlaub in den jeweiligen Landesgesetzen verankert ist, kann der Arbeitgeber eine Anfrage auf Bildungsurlaub prinzipiell nicht verweigern. Dennoch gibt es immer wieder Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, besonders bezüglich des Zeitpunktes und des Inhaltes des Bildungsurlaubes, die teilweise auch vor Arbeitsgerichten ausgetragen werden. Die eher negative Einstellung der Arbeitgeber zum Bildungsurlaub verunsichert die Arbeitnehmer, so dass sie auf den Bildungsurlaub verzichten. Als hilfreiche Strategie hat es sich erwiesen, beim Thema Bildungsurlaub nicht die Konfrontation zu suchen, sondern den jährlichen Bildungsurlaub zusammen mit dem Arbeitgeber hinsichtlich der beruflichen Weiterentwicklung zukunftsbezogen zu gestalten. So lassen sich dann in einem Kompromiss auch Freiräume erwirken.

Bildungsurlaub in den Bundesländern

Da die Bestimmungen in den einzelnen Bundesländern voneinander abweichen, sollten Sie sich auf den entsprechenden Informationsseiten der Bundesländer informieren: