Industriefachwirt – Fortbildung

Der Industriefachwirt wird als Zwischenstufe zwischen dem gelernten Industriekaufmann und dem studierten Betriebswirt angesehen. Es werden durch die Weiterbildung zum Industriefachwirt die Grundkenntnisse des Industriekaufmannes vertieft. Der große Vorteil des Industriefachwirtes ist seine vielseitige Einsetzbarkeit im Unternehmen. Er wird durch die Ausbildung befähigt, die Gesamtzusammenhänge der Betriebsabläufe zu erkennen und sie darüber hinaus im Bezug auf die Gesamtwirtschaft zu beurteilen.

Sein Aufgabengebiet ist stark abhängig von der Abteilung, in der er eingesetzt wird. Im Speziellen kann er als Mitarbeiter des Vertriebes arbeiten und für die Kundenbetreuung und Auftragsabwicklung verantwortlich gemacht werden. Zur Erledigung seiner Arbeiten ist der Umgang mit einen Warenwirtschaftssystem mittlerweile unablässig. Im Zuge der Auftragsabwicklung fallen diverse kleine Erledigungen an. So hat der Industriefachwirt einen Auftrag anzulegen, der sowohl für Kunden als auch Kollegen verbindlich ist. Doch die Auftragsabwicklung kann bei einigen Unternehmen auch Folgearbeiten wie das Anfordern wichtiger Genehmigungen oder Bankdokumente nach sich ziehen. Je nach Größe des Unternehmens kann er auch den Ablauf der Produktion überwachen und abschließend den Versand organisieren bzw. kontrollieren, ob die gemachten Vorgaben eingehalten werden.

Zwischen all den genannten Abläufen ist sowohl die interne Kommunikation mit anderen Abteilungen als auch die externe Kommunikation mit dem Kunden ein ständiger Begleiter. Abschließend muss der Industriefachwirt den Vorgang mit der Hilfe einer Rechnung abschließen und dokumentieren. Aber auch nach Rechnungslegung ist er verantwortlich für eventuelle Rückfragen oder notwendige werdende Gutschriften im Falle einer Garantieleistung.

Neben der Auftragsabwicklung ist ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet die Kundenstammpflege. Das bedeutet, dass der Industriefachwirt mit Hilfe der Warenwirtschaftssystem alle relevanten und neuen Informationen zu einen Kunden festhält und somit für später und alle anderen Kollegen zugänglich macht.

Sollte der gelernte Industriefachwirt jedoch in der Abteilung Einkauf eingesetzt werden, zeigt sich natürlich ein komplett anderes Aufgabenfeld. Er wird integriert in die Prozesse der Beschaffung des Unternehmens. Konkret ist er für die Annahme und Bearbeitungen von internen Bestellungen vorgesehen. Die Bestellungen der Mitarbeiter werden meist in ein ERP-System eingegeben und entsprechend bearbeitet, das heißt aktuelle Angebote und Preise eingeholt, die entsprechenden Details für das Controlling eingegeben, Liefertermine und Zahlungsbedingungen verhandelt. Anschließend wird die Bestellung an den Lieferanten weitergeleitet und der gesamte Vorgang mit Hilfe der ERP-Software überwacht. Dabei hat der Industriefachwirt Arbeitsanweisungen zu beachten, die für bestimmte Güter eine Wareneingangskontrolle vorsehen, die dieser dann in der entsprechenden Abteilung beauftragen muss.

Aber neben den genannten Einsatzgebieten kann der Industriefachwirt auch im Marketing oder in der Buchhaltung eingesetzt werden und weitere Kernprozesse erfüllen und begleiten. Letztendlich werden die Fähigkeiten des Industriefachwirtes durch die Berufserfahrung geprägt und somit auch sein zukünftiges Aufgabengebiet. Allerdings ist er aufgrund seiner Weiterbildung in der Lage, viele Aufgabenfelder innerhalb eines Unternehmens zu bearbeiten.